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Münsteraner Memorandum Heilpraktiker:

Kabarett 1 - oder wie soll ich das sonst nennen?

Holla the woodfairy, da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Dassisabanixfürvegana, so ein Dreckspamphlet.

 “Es” zeigt, dass 17 - sich selbst als “interdisziplinäre Experten” bezeichnende Menschen - unter dem Deckmäntelchen der Patientensorge offenbar auf jegliche Distanz zum Objekt der Begierde nicht nur verzichteten.

Sondern sich aufgrund sonderbarer dem behaupteten Patientenwohl so gründlich verpflichteter nicht mehr kaschierbarer Emotionen derart nackig gemacht haben, dass ich mir ernsthaft Sorgen um den Wissenschaftsbetrieb als Ganzes machen muss.

    - Ich darf das so schreiben, denn im Rahmen meines universitären Studiums habe ich 2 ganze Semester einen sogenannten interdisziplinären Grundkurs zum Erlernen wissenschaftlichen Arbeitens absolviert, der mit einer eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit aus einem Bereich abschloss, der nicht Gegenstand
    meiner 4 Studienfächer (Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Soziologie, Rechtswissenschaft) war. -

In besagtem Pamphlet wird nicht nur gefordert, den Beruf des Heilpraktikers abzuschaffen, sondern in verschwurbelter Umdeutungspraxis des Schaffens eigener sonderbarer Begrifflichkeiten in post-Trump’scher Manier uns Heilpraktikern, naturheilkundlich arbeitenden Ärzten und insbesondere Zahnärzten an den Karren zu fahren.

Anlass war der Tod von Menschen. Ein Heilpraktiker hatte nicht zugelassene oder verschreibungspflichtige Medikamente eingesetzt. Die Staatsanwaltschaft prüft. Alle anderen haben jetzt Pause, bis das Verfahren abgeschlossen ist. Wie bei allen  juristischen Verfahren gilt “in dubio pro reo” (im Zweifel für den Angeklagten), das heißt, ein Urteil über Straftatbestände wird vom zuständigen Richter nach Abschluss der vollständigen Beweisaufnahme gefällt. Angeklagter ist ein Mensch, dem man einen Rechtsbruch vorwirft. Um zu einer angemessenen Urteilsfindung zu gelangen, ist Objektivität notwendig. Dies gilt auch für alle, die über den Fall berichten! Oder waren Sie dabei?

Offenbar ein günstiger Zeitpunkt für eine Horde akademischer Empörungsbürger, die sich dem reinen Wissenschaftsstandard verpflichtet wähnen, indem sie dies wenigstens irreführender Weise behaupten, aber sowieso nur ihr “Ceterum censeo” in den Ring werfen, um auf dem Boden eines Unglücks die Abschaffung des Heilpraktikerberufes sowie der “nicht wissenschaftsorientierten Medizin” zu fordern.

Ich bin dabei, das Werk gründlich auf seinen selbst auferlegten Wissenschaftsanspruch hin zu untersuchen (die Prognose ist jetzt schon trübe). Und dann die Aussagen zu kommentieren. Im Moment stelle ich jedoch fest, dass meine Ernsthaftigkeit dabei offensichtlich fehl am Platze ist. Das ist es wahrscheinlich, was die Truppe mit ihrer Behauptung, “wissenschaftliche Begründbarkeit und klinische Evidenz” würden “von vielen KAM-Befürwortern skeptisch gesehen oder sogar abgelehnt”. Ich kann die Großartigkeit der wissenschaftlichen Herangehensweise dieses Papiers nur deshalb nicht würdigen, weil ich ja die “wissenschaftliche Begründbarkeit und klinische Evidenz” wahrscheinlich per se ablehne. Ja, ne ist klar. Geht’s noch?

Daher im Folgenden erst mal ein hochgewürgter Kommentar:

Die am mutmaßlichen Vergehen einer Einzelperson festgemachte Forderung der Abschaffung eines ganzen Berufstandes mit seiner - übrigens nach staatlicher schriftlicher und mündlicher Prüfung - erteilten Zulassung zum Heilen nach anderen als den offiziell akzeptierten naturwissenschaftlichen Medizinzusammenhängen - zeugt von nicht nur keiner Ahnung in der Sache des Heilpraktikerberufes, sondern auch von der Leugnung von Recht und Gesetz an sich zugunsten einer beruflichen Sippenhaft und regelrechten Hexenjagd.

Vermutlich aber von etwas ganz anderem. Es ist dem Menschen eigen, sich in ganz bestimmten Lebenssituationen zu entblöden und den Boden jeglicher guten Kinderstube zu verlassen: Wenn er glaubt, sich mit gutem Rückhalt gegen ein definiertes Böses wenden zu müssen. Erstens, ja. Aber viel interessanter ist doch zweitens, ein Kasperletheater zur Täuschung von Öffentlichkeit, Politikern, Presse und nicht so Informierten aufzuführen, um diese in populistischer Weise vor den eigenen Wagen zu spannen. Weil es wieder mal ums Geld geht. Die Bedrohungen des eigenen Geldbeutels müssen so akut und lebensgefährdend sein, dass sämtliche üblichen Sicherheitsaspekte beim Gang in die Öffentlichkeit außer Acht gelassen wurden.

Ach wie gern sähe ich es, wenn der leider nicht mehr unter uns weilende Professor Popper (“Alles Leben ist Probleme lösen”) diese wissenschaftliche Meisterleistung aus dem unbescholtenen Münster in ihrer ganzen wissenschaftlichen Deformierung sezierte und mittels teleologischer Auslegung die holistische Garstigkeit dieses spezifischen primitiven Reduktionismus bis in die Grundfesten von Ross und Reiter transparent machte. Oder der Vater des Goldstandards einmal noch zu Wort käme, um die in Richtung einer Denkstörung gehende Logik, dass was nicht dergestalt beweisbar wäre, sei nicht wahr und müsse daher ausgerottet werden als Verleumdung seiner Erkenntnisse zu entlarven.

Hier geht es nicht um Patientenschutz, sondern um Wettbewerbsrecht. Im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb ist nachzulesen, dass den eigenen Leistungen keine Eigenschaften zugeschrieben werden dürfen, die sie nicht haben. Um hier also rechtlich im grünen Bereich zu bleiben, versucht man es mit Zuschreibungen und Eigenschaften bei der anderen Seite. Der Naturheilkunde. Bei den Heilpraktikern.

Die AutorInnen mögen mit sich selbst ins Gericht gehen, ob ihre üblen Unterstellungen wirklich noch von der grundgesetzlich garantierten freien Meinungsäußerung gedeckt sind. Oder ob sie nicht vielmehr - neben der Grenze jeglichen guten Geschmacks eine andere ignoriert haben. Und damit zumindest in den Verdacht geraten könnten, das Touchieren des Strafrechts als Kavaliersdelikt zu begreifen.

Weil die Opfer ja eigentlich die Täter seien.

Hat es die sogenannte Schulmedizin wirklich in den wenigen 100 Jahren, die sie im Felde ist nicht geschafft, ein eigenständiges Erfolgsmodell zu kreieren, das es nicht nötig hat, als Wettbewerber empfundene Marktteilnehmer roh und offen in ihrer Existenz zu bedrohen? Heilen mit naturgesetzlichen Mitteln ist übrigens die ältere Tradition. Wir sprechen hier sicher über lockere 40.000 Jahre oder mehr. Dass es sie immer noch in ihrer Vielfalt gibt, liegt vielleicht eher an Fakten als an Gefühlen. Auch wenn es gefällt, sich darüber lustig zu machen.

Oder ist es gar nicht die angebliche Placebowirkung oder die Schulmedizin, um die es geht, sondern die gefühlte Gefährdung des Wirtschaftsstandorts Deutschland mit seinen vielen kleinen aus der Tradition gewachsenen Pharmaunternehmen, die wegsollen. Zugunsten von was denn? Einer Art Monsantoisierung? Weil viele Jäger des Hasen Tod seien?

Warum können diese kleingeistigen Egoisten ihres jeweiligen individuellen Geschäftsmodells nicht erkennen, dass nur die Zusammenarbeit von Schul- und Alternativmedizin in vielfältigen Modellen, in Theorie und Praxis letztendlich zum nachhaltigen Erfolg für alle Beteiligten (dazu gehören namentlich auch die Patienten, deren Selbstbestimmungsrecht sich das Pamphlet ja ebenfalls anzunehmen behauptet): Breite wirtschaftlicher Prosperität und blühende Landschaften in Gesundheit aller Bürger. Klingt verrückt? Ich habe wenigstens eine Utopie nach der ich mein Handeln ausrichte. Und die hat mit Aufbauen zu tun, nicht mit sinnloser Zerstörung von Lebendigem. Oder kleinwirtschaftlichen Strukturen. Oder dem echten Wahlrecht von Menschen, Patienten inklusive.

Selbst wenn wir eine Industrienation bleiben, gehen uns wegen der Robotik die Arbeitgeber aus, bzw. werden weniger. Lt. Kondratieff Nummer 6. ist die Gesundheitsbranche ein Wachstumsfeld. Viele Heilpraktiker sind Frauen. Dieser Beruf lässt sich besonders gut mit familiären Belangen vereinbaren. Auch auf dem Land. Wo ja bekanntlich eine echte Ärzteschwemme herrscht. Und er ist auch gut für Apotheken, die individuelle Rezepturen mischen. Das gibts nicht als Instant im Internet. Jenseits der Schulmedizin gibt es einen Ort, an dem sich das Lebendige nach seinen eigenen Regeln trifft (frei nach Rumi). Wieviel Dummheit steckt in dieser Farce, so ein wertvolles Geschäftsfeld mit soviel weit verbreiteter Expertise abschaffen zu wollen? KAM ist nicht der Feind. Paternalismus ist es. Und die Hybris einer gnadenlosen Selbstüberschätzung. Nicht umsonst wird Hochmut als ursächliche der 7 Todsünden angesehen. Weil nur jemand der sich über andere erhebt fähig ist, sie zu vernichten. (Schönen Gruß vom 5. Gebot.) Auch wenn das im “Paper” wie rationale Selbstverteidigung dargestellt wird. Peinlich.

Welche Disziplinen hätten denn in Münster vorhanden sein müssen, um dieses Thema tatsächlich interdisziplinär anzugehen? Das ist eine systemische Frage, ich weiß. Und welche Kompetenzen, um es - wie behauptet - wissenschaftsorientiert anzugehen? Mindestens ein Heilpraktiker.

Wenn das Geschäftsmodell der Autoren oder ihrer Auftraggeber von vielleicht 36 Tausend Heilpraktikerpraxen bedroht wird, dann oh GallierInnen , können wir uns auf unser Berufsbild wirklich was einbilden.

Haltet durch, Freunde, die Macht ist offenbar mit uns. Wir haben es nur noch nicht gemerkt.

Typisch für die immanente Perfidität des auf den ersten Blick nicht untypisch machiavellistischen Vorstoßes ist die psychopatische Vorgehensweise dieser ganzen Gemeinheit. Und das naive Vertrauen darauf, sich Wissenschaftler zu nennen, also einer von den Guten zu sein. Dieses Vertrauen beginnt “die Wissenschaft” zu verspielen, wenn sie unkommentiert Protagonisten ihr Unwesen treiben lässt, die ja nun gerade völlig unwissenschaftlich argumentieren. s. bereits die Einleitung / Einlassung des sogen. Münsteraner Manifestes Heilpraktiker.

Lächerlich ist, dass für diesen Akt, diese musterhafte Anwendung eines alten strategischen Prinzips nicht einer, nein; nicht zwei, nein; nicht drei, sondern ganz 17 Personen von hoffentlich untadeligem Leumund aufgewartet werden mussten, ihre in wissenschaftlich-logischer Hinsicht vollständige Entblödung zu inszenieren. Schamlos führten sie ihre eigene Entblößung herbei, um so zu versuchen, jene beabsichtigte beifallheischende Empörung scheinbar unwillkürlich, also echterdings zu verursachen. So dass hoffentlich jeder die Message internalisierend kapiert hat: Der Heilpraktikerberuf muss abgeschafft werden und alle, die KAM oder AM  praktizieren gleich mit.

Auf dass sich nachher alle die Augen wischen und denken, dass doch nicht ganze 17 honorige Menschen so einen himmelschreienden Schwachsinn verzapft haben könnten. Also bleibt nur eines: Wenn “die” nicht spinnen, muss die Aussage korrekt sein.

abgeschlossene Überarbeitung am 24.12.2017 Swantje Kallenbach

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Weiter demnächst in diesem Theater.

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